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Das Leben des Damianos Episode 63
Episode 63

„Mein Herr beauftragte mich euch diese Nachricht nur persönlich zu geben, dies habe ich nun getan und verabschiede mich Herr.“

So schnell er gekommen war, so schnell war er auch verschwunden und ließ mich alleine und verwundert zurück. Meinen Blick richtete ich auf die Schriftrolle die keinerlei Siegel und erkennbares Zeichen des Absenders aufzeigte. Mit leicht zittrigen Fingern entrollte ich die Rolle und widmete mich den Zeilen die darauf geschrieben standen.

„Mein lieber Freund Damianos, ich richte diese Zeilen an dich ohne Wissen meines geliebten Orestes, er soll dies auch niemals erfahren. Vor nunmehr 4 Tagen stand dein Nikolaos völlig aufgelöst unter Tränen vor unserem Heim und bat um Einlass, den ihm Orestes und ich sofort gewährten. Vom Gespräch der beiden wurde ich ausgeschlossen den es ginge mich nichts an, doch wurde mir von beiden untersagt dir den Aufenthaltsort von Nikolaos mitzuteilen. Mehrere Stunden dauerte das Gespräch der beiden und nur wenige Worte drangen an mein Ohr und ich konnte sie nicht zuordnen. Orestes gewährte nach Stunden des Redens deinem Nikolaos Obdach solange er es benötigen würde.

Orestes zog mich im bedingtem Maße in sein Wissen ein jedoch bekräftigte er nochmals du dürftest nicht erfahren wo Nikolaos sich aufhalten würde. Ich sagte ihm dies zu, doch ist nun der Punkt erreicht an dem mein Gewissen mich plagt, den nur zu gut kenne ich dich, deine Liebe zu Nikolaos und dein Gemüt. Ich kann dir nicht sagen wie lange sein Asyl bei uns andauern mag, doch will ich das du weist er ist in Sicherheit und ihm droht keine Gefahr. Seinen Raum hat er seit seinem Eintreffen bei uns nur selten verlassen und mir wurde durch Orestes der Zugang verwehrt, denn ich würde zu sehr auf deiner Seite stehen.

Ich bitte dich komme nicht zu unserem Heim, es droht ihm keinerlei Gefahr, deshalb erflehe ich von dir Zurückhaltung. Sobald ich neues erfahre werde ich dir eine Nachricht zukommen lassen, bis dahin sorge dich nicht, da du nun seinen Aufenthaltsort kennst. Dein Freund Zephir“

Erleichterung machte sich in mir breit, denn nun wusste ich wo er sich aufhielt, er war in Sicherheit, dies musste mir für den Moment genügen. Da ich die letzten Tage das essen nur spärlich und unter Zwang meiner Mutter zu mir genommen hatte überkam mich nun der Hunger mit voller Macht, deshalb zog ich mich in das Haus zurück und ließ mir reichlich essen auftischen. Es war eine Menge die ich zu mir nahm, dies blieb auch nicht unbemerkt und so war ich alsbald von meinen beiden Freunden umringt. Ich war so im Essen vertieft, nun da ich etwas beruhigt war und wusste das Nikolaos nicht weit weg war, das ich die amüsierten Gesichter der beiden ignorierte. Da mich Zephir in seinem Schreiben darum gebeten hatte erzählte ich nichts von alledem, auch wenn ich wusste dass die beiden sich auch um ihn sorgten.

Die Tage zogen ins Land, ohne dass ich Kunde von Zephir über Nikolaos erhielt, doch fügte ich mich seinem Willen und blieb seinem Haus fern. Die Zeit ward gekommen das die Tagma einberufen wurden, deshalb entschied ich mich dazu dem beizuwohnen, was ich dann auch Tat. Jorgos der sich die letzten Tage äußerst selten in meiner Gegenwart aufgehalten hatte und Nikos das Kommando über die Garde übergeben hatte, ging mit mir und Nikos zum Sammelort für die Truppen. Kaum das wir eintrafen erblickte ich eine große Anzahl an Männern die zu meiner Tagma gehörten diese begrüßten mich erfreut und fuhren mit ihrer Arbeit am Aufbau des Feldlagers fort. Mein Zelt war bereits errichtet worden deshalb begab ich mich zielgerichtet darauf zu und traf darin auch sogleich auf Zephir der gerade mit Offizieren der Tagma sprach und ihnen Befehle gab. Kaum das er mich erblickte schickte er die Offiziere aus dem Raum welche mich beim Verlassen des selbigen freundlich grüßten und so waren wir schnell zu viert alleine im Zelt.

„Herr, ich wusste nicht das ihr hier sein würdet, ich hoffe es war in eurem Sinne das ich die Befehle für die kommenden Tage erteilte?“

„Als erstes Zephir hörst du auf mich Herr zu nennen du bist bis auf weiteres Tagmatarches deshalb obliegt dir auch die volle Befehlsgewalt. Ich kam nur um zu sehen ob alles in Ordnung ist, denn meine eigenen Vorbereitungen sind auch noch nicht abgeschlossen und der Tag meiner Abreise nach Sparta ist schon nahe.“

„Es steht alles zum Besten Herr, ähhh ich meine Damianos du musst dir deshalb keine Sorgen machen, deine Truppen sind wie immer in bester Stimmung.“

„Das freut mich zu hören doch sind es im Moment deine Truppen, ich bin lediglich hier um dem Tagmatarches einen Besuch abzustatten. Nikos, Jorgos lasst ihr uns für einen Moment alleine sprechen?“

Die beiden nickten nur und kehrten vor das Zelt zurück und so war ich nun endgültig mit Zephir alleine.

„Sprich Zephir wie geht es Nikolaos, geht es ihm gut?“

„Ahhh, also doch nicht nur ein Besuch, obgleich du mich im höchsten Maße beeindruckst Damianos, schon viel früher hätte ich mit deinem Besuch gerechnet. Zuerst danke ich dir dass du dich an die Bitte meinem Haus fernzubleiben gehalten hast, auch wenn mir bewusst ist wie schwer dir dies gefallen ist.“

„In der Tat Zephir, am liebsten wäre ich noch am selben Tag zu dir geeilt um ihn wieder in meine Arme zu schließen, doch hielt ich mein Wort, denn ich sagte selbst zu ihm er soll sich die Zeit nehmen die er benötigt um seine Entscheidung zu treffen.“

„Dies tatest du, es sei dir gesagt lange Zeit hatte nur mein Orestes Kontakt zu deinem Nikolaos doch auch diese Tage vergingen und er wollte auch mich bei seinen Überlegungen haben, dem kam ich natürlich nach. Was die Informationen an dich angeht sagte er mir, er wüsste dass ich dich, obgleich es mir untersagt war dich zu informieren, getan hatte und er war mir deswegen dankbar. So wie du dich nach Information über ihn sehntest so war es bei ihm das gleiche er wollte alles wissen was es zu wissen gab. Ich bitte dich das dies was ich dir nun sage unter uns bleibst und du deiner Mutter die ihn täglich über dein Wohlbefinden unterrichtete nicht böse bist.“

„Sie wusste Bescheid?“

„Nicht zu Beginn doch entsandte mein Orestes einen Boten um nach ihr zu schicken denn je länger Nikolaos nicht von dir hörte umso schwerer wurde sein Gemüt, deshalb tat Orestes was er musste.“

„Ich verstehe und will niemandem einen Vorwurf machen, obgleich es mich ein wenig verletzt. Wie dem auch sei, sprich wie geht es ihm.“

„Es geht ihm gut, er hat sich beruhigt und verlässt seit Tagen wieder das Haus immer in der Sorge das du nach ihm suchen lässt, deshalb tut er dies immer unter größter Vorsicht. Ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen was er tut, doch verlässt er früh das Haus und kehrt erst spät abends zu uns zurück. Er mag mich zwar in seine Überlegungen einbezogen haben, doch entschied er mir nicht zu sagen was er zu tun gedenke. Dies Vorrecht besitzt nur Orestes und der hat sich Entschieden zu schweigen, vor allem da er mir noch böse ist, da ich dich informiert habe.“

„Es schmerzt mich zu hören das Orestes böse auf dich ist, dies lag nicht in meiner Absicht Zephir, dies musst du mir glauben.“

„Ich weiß Damianos, er ist nicht allzu böse doch sagt er mir immer wieder dass ich kein Geheimnis bewahren kann, obwohl er ab und an auch sagt er sei deswegen auch ein bisschen Stolz auf mich. Wir beide Wissen das die beiden in sehr kurzer Zeit, sehr gute Freunde wurden, deshalb schützen sie einander gegenseitig, auch wenn sich ab und an in mir die Eifersucht meldet.“

„Wem sagst du das mein Freund, schon oft dachte ich mir wie schön es wäre eine solch tiefe Verbundenheit mit ihm zu teilen, obgleich wir uns lieben. Verstehe mich nicht falsch Zephir, ich vertraue ihm, weiß das er immer ein offenes Ohr für mich und meine Probleme hat, doch hat er aus Scham über seine Vergangenheit entschieden mir nicht alles zu sagen.“

„Nur in Grenzen erzählte er uns seine Geschichte und bekundete immer wieder wie Leid ihm alles tue. Noch lange wird ihn dies bedrücken, doch bekundete er auch das es gut sei das du nun über ihn und sein Leben Bescheid wüsstest. Soweit ich dies sagen kann denke ich wird er mit dir nach Sparta reisen, doch kann ich dies nicht mit Gewissheit sagen.“

„Es reicht mir vorerst zu Wissen das es ihm gut geht und er wieder am Leben der Stadt teilnimmt obwohl ich ihn doch sehr vermisse. Du weißt gar nicht wie schwer es mir fällt mich zurückzuhalten ihn aus deinem Heim zu entführen und ihn in mein Haus zu bringen, ihn Notfalls dort festzubinden um zu verhindern das er wieder weg geht.“

„Du hast recht dies vermag ich nicht nachvollziehen können, doch weiß ich, da ich dich nur zu gut kenne, welch Kraft dich dies kosten mag. Doch verzage nicht auch ihm fällt sein Asyl schwer, jeden Tag wenn deine Mutter kommt kann er es nicht erwarten von dir zu hören, es ist immer sein Höhepunkt des Tages, nun da du dich langsam daran gewöhnst ohne ihn zu sein. Deshalb sagte er mir auch dass er weiß dass ich dich informiert habe, denn er sagt selbst so ohne weiteres würdest du nicht ruhen und ihn aufgeben. Damianos ich kann dir nicht sagen wann, doch wird er zu dir zurückkehren, dessen bin ich mir sicher.“

„Diesen Tag kann ich nicht erwarten Zephir und ich danke dir und Orestes das ihr ihm Obdach gewährt, solange es auch dauern mag. Nun lass uns gehen, es wird Zeit das die Männer ihren Tagmatarches sehen und seinen Besuch.“

Den letzten Satz sprach ich mit einem Lächeln den mir war durchaus bewusst das Zephir mit seiner ihm zugedachten Rolle mehr als erwartet haderte. Wir begaben uns vor das Zelt und gingen dicht gefolgt von Jorgos und Nikos durch das im Aufbau befindliche Feldlager und so kam es auch das wir immer wieder anhielten und ich mich freundlich mit den umstehenden Männern unterhielt. Mir fiel auf das Jorgos des Öfteren von den Männern denen wir begegneten freundlich gegrüßt wurde, obwohl er ihnen eigentlich unbekannt sein musste, doch fragte ich nicht weiter nach. Weit nach der Mittagsstunde beendeten wir meinen Aufenthalt im Feldlager, ich sprach Zephir nochmals mein uneingeschränktes Vertrauen aus bevor wir uns aus dem Lager verabschiedeten und in mein Heim zurückkehrten. Wir nahmen vor dem Haus Platz und genossen die wärmende Sonne und führten ein höchst interessantes informatives Gespräch für mich.

„Es freut mich Jorgos das du uns heute begleitet hast, die letzten Tage bekam ich dich ja etwas seltener zu Gesicht.“

„Ja du musst mir verzeihen Damianos, ich hatte noch einiges zu regeln bevor wir Athen verlassen, denn wie ich Zephir damals versprach, wollte ich jeden deiner Athischen Garde kennen lernen. Dies tat ich in den letzten Tagen, auch bestimmten wir, also Zephir und ich, wer dem inneren Kreis deiner Garde angehören soll. Du musst keine Sorge haben, keiner deiner Gardisten egal ob Spartaner oder Athener wurde bei den Kämpfen verletzt, doch lass mir dir eines sagen, ich bin wirklich beeindruckt.

Zephir erklärte den Garden unseren Plan zu deinem Schutze, egal wer es auch war sie alle waren darauf erpicht dem inneren Kreis anzugehören. Ich hätte es nicht für möglich gehalten doch deine Mitglieder der athenische Garde sind alles andere als Denker und Philosophen, sie würden gute Spartiaten abgeben wenn sie in der richtigen Stadt geboren wären. Sei dir gewiss die beiden besten jeder Garde gehören nun zum inneren Kreis vier von ihnen kennst du ja schon. Zephir und seinen Stellvertreter, verzeih mir das ich seinen Namen vergaß, Nikos und mich kennst du ja schon, der weitere Spartiat wird Sebastianos sein den Namen des Atheners, er wurde mir gesagt doch vergaß ich ihn bereits wieder.“

Nikos lauschte den Worten von Jorgos aufmerksam und war auf das äußerste belustigt.

„Was denn wird mein lieber Jorgos etwa alt, da er schon so viel vergisst und sich nicht einmal zwei Namen merken kann, oder lenke ich dich einfach zu sehr von deinen Aufgaben ab?“

„Was, wie, nein niemals, du würdest mich niemals von irgendetwas ablenken doch darum geht es hier gerade nicht Nikos, ich versuchte Damianos nur zu erklären das alles für die Schlacht notwendige erledigt ist. Es tut doch hier nichts zur Sache bloß weil ich mir zwei Namen nicht merke, wenn ich sie öfter höre tue ich dies mit Sicherheit.“

Ein Lachen konnte ich mir nun obwohl ich es versuchte nicht zurückhalten den Jorgos wand sich wie ein kleiner Junge der beim Entwenden von Äpfeln erwischt worden war.

„Alles ist gut Jorgos, auch ich habe einige Tage benötigt um mir all die Namen zu merken, auch wenn ich sie heute noch ab und an verwechsle. Mögen die Götter es geben das es nicht Notwendig sein mag je von den Garden Gebrauch zu machen.

Ich hoffe immer noch das Nikolaos zu mir an meine Seite zurückkehrt und er diese Verhandlungen führen wird und uns ein Kampf erspart bleibt. Ich weiß dies wäre euch Spartanern unrecht doch kann ich Nikolaos verstehen das er Sorge um das Volk von Lavronia hat. Jedes verschonte Leben wird in Zukunft für Lavronia wichtig sein nach der Zeit der Befreiung auch denke ich dass sie uns dann eher als Befreier als Eroberer sehen. Ihr wisst wir Athener ziehen nicht oft in eine Angriffsschlacht deshalb will ich alles in meiner Macht stehende versuchen die Verluste so gering als möglich zu halten, wenn möglich gegen null.“

Jorgos stieß einen verächtlichen stoß Luft aus und schüttelte den Kopf.

„Weshalb wusste ich nur das so etwas kommen wird, reden, reden, reden, hier wird uns eine ordentliche Schlacht angeboten und er will reden.“

Nikos sah seinen Jorgos mitleidig an, auch er schüttelte seinen Kopf.

„Na komm Jorgos hast du wirklich gedacht Damianos würde irgendetwas tun ohne vorher zu reden? Auch wenn ich gegen eine große Schlacht nichts einzuwenden habe, so kann ich auch verstehen was Damianos meint. Nikolaos sagte es selbst die Bürger, seien es Bauern oder normale werden zum Kampf gezwungen, sie tun es nicht freiwillig, denkst du wirklich das dies eine große Schlacht wird?

Sie werden kommen die großen Schlachten, das wissen wir beide immerhin kennen wir die Prophezeiung und sofern es den Göttern gefällt, werden wir danach noch am Leben sein und uns erfreuen daran etwas bewirkt zu haben.“

„Ja ich weiß ja, Lavronia wird falls sie Widerstand leisten nicht lange standhalten dafür ist unsere Streitmacht zu gewaltig. Ich entschuldige mich ja dafür dass ich eine große Schlacht herbeisehne um Ruhm zu erhalten, doch ist es die Ungeduld die mich antreibt nicht der bloße Kampfeswille.“

Die Diskussion der beiden verfolgte ich aufmerksam und hatte mir auch vorgenommen sie gewähren zu lassen doch brannte es mir in den Fingern.

„Wenn es mir als dem Auserwählten gestattet ist, will ich hier auch noch was sagen, wenn ihr erlaubt. Ja ich kenne dich Jorgos, ja ich weiß das dich nach der einen gewaltigen Schlacht dürstet die dir ewigen Ruhm bringt doch soll dies nicht der Kampf gegen Lavronia sein. Dieser Feldzug ist nur dafür da um ein Volk aus der Knechtschaft zu befreien ihnen ihre Heimat wiederzugeben, nicht des Ruhmes wegen machen wir dies.
Nikos hat Recht, dachtest du wirklich ich würde vorher nicht einen anderen Weg versuchen, und ja danke auch für das wunderbare in mich gesetzte Vertrauen Nikos. Wie Nikos es sagte wird unsere Zeit kommen, noch manch große Schlacht werden wir schlagen doch auch wenn du dies nicht hören willst, so hoffe ich dass dies noch in weiter Ferne liegt.

Was euch beide betrifft so erwarte, nein ich befehle es euch, ihr habt als alte Männer zu sterben, glücklich vereint und mit Ruhm überhäuft.“

„Wenn dies dein Befehl ist Damianos so wollen wir hoffen das die Götter dich hören und es uns zugestehen.“

„Ich werde mal mit ihnen sprechen, ich hab da glaube ich eine ganz gute Beziehung.“

Wir sprachen und lachten noch viel, ganz so ernst nahmen wir unsere getroffenen Aussagen heute nicht, denn es war ein guter erfolgreicher Tag. Einer der Hausdiener brachte uns noch zu trinken und wir saßen noch recht lange da, bevor wir uns dann entschieden zum abendlichen Mahl zu gehen wo sich bis auf Nikolaos, der noch immer in seinem selbst gewählten Asyl verharrte. Meine Mutter war heute auffallend freundlich zu mir lächelte mich immer an und versorgte mich immer weiter mit essen. Nun da ich Bescheid wusste das sie Nikolaos jeden Tag sah, ihm von mir berichtete, nahm ich an das es ihr schlechtes Gewissen war das sie antrieb. Zu Ende des Mahles tischte uns mein Vater noch einen hervorragenden Wein auf denn wir uns alle munden ließen, bevor wir entschieden und zur Ruhe zu begeben. Ich verabschiedete mich von meinen beiden Freunden.

„Ich bitte euch haltet euch heute zurück, einmal nur möchte ich ohne künstlerische Toneinlagen einschlafen können wenn ich schon alleine bin.“

„Wir sehen was sich da machen lässt mein Freund, doch versprechen kann ich nichts, Nikos ist nicht immer leise.“

„Was heißt hier ich, wer brüllt den immer rum wie ein minoischer Stier.“

„Lasst es gut sein ihr beiden, ich hab ja gar nichts gesagt.“

Nachdem wir nochmals herzhaft gelacht hatten verschwanden die beiden in ihrem Raum und auch ich öffnete meine Türe und stockte kurz da der Raum bereits erleuchtet war. Mein Herz klopfte mir bis in den Hals, so deutlich fühlte ich es, als ich den Raum betrat. Mein Blick fiel zuerst auf das Bett dann ließ ich ihn über den ganzen Raum schweifen bis ich fündig wurde. Mit dem Rücken zu mir gewandt saß Nikolaos bei Tisch, vor ihm lagen eine Menge Schriftrollen und er war ins lesen versunken, so schien mir. Entweder hatte er mich wirklich nicht bemerkt oder er mied es mir zu zeigen dass er wüsste dass ich hier sei. Einerseits wollte ich zu ihm hin, ihn umarmen, ihn küssen aber auch ihn anschreien. Ich versuchte abzuwägen welches der beste erste Schritt sei, in einfach in die Arme nehmen oder einfach so tun als sei nichts gewesen. Meine beiden Seiten in mir der zurückhaltende und der Krieger führten schwere Kämpfe miteinander und lange stand es unentschieden bis eine Seite davon die Oberhand gewann.

„Ach du bist wieder hier? Wunderbar aber lösche dennoch bitte bald die Lichter ich habe morgen einen schweren Tag vor mir ich muss die letzten Vorbereitungen für meine Reise treffen, und will nun ruhen.“

Kurz blickte ich in die Augen von Nikolaos der nun in meine Richtung blickte, aus ihnen sprach Verwunderung und Ratlosigkeit. In meiner Absicht, ihm meine grenzenlose Freude ihn wieder bei mir zu wissen, nicht zeigen zu wollen, drehte ich mich in Richtung des Bettes entkleidete mich völlig und begab mich zu Bett. Kaum das ich lag drehte ich mich in Richtung des Fensters so dass nur mein Rücken für ihn zu sehen war und schlief dann alsbald mit einem breiten Grinsen auf meinem Gesicht ein.